Die Trinkwasserversorgung der Zukunft

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Die Salzburg AG versorgt aktuell rund 170.000 Einwohner:innen der Stadt Salzburg und Teilen von Umlandgemeinden mit hochqualitativem Trinkwasser. Welche Themen hier aktuell relevant sind und wie es in Zukunft um unser wertvolles Gut aussieht hat lebenswelten herausgefunden.

Inhaltsverzeichnis

Heuer begeht die Salzburg AG ein besonderes Jubiläum – es werden 150 Jahre Trinkwasserversorgung gefeiert. Zu den Anfängen haben wir bereits im Mai ein Gespräch mit Ludwig Staiger, dem Leiter der Trinkwasserversorgung der Salzburg AG, geführt. Auch zum Thema der Zukunft spricht er wieder über Herausforderungen und Chancen, gemeinsam mit Theodor Steidl, Referatsleiter „Allgemeine Wasserwirtschaft“ beim Amt der Salzburger Landesregierung.

Herausforderungen und Maßnahmen

lebenswelten: Was sind aktuell die großen Themen bzw. Herausforderungen in Hinblick auf die Trinkwasserversorgung in Stadt und Land Salzburg?

Theodor Steidl: Die Trinkwasserversorgung in Salzburg ist aktuell sehr gut aufgestellt. Das große Thema, dass uns auch hier beschäftigt, ist der Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung. Ein Schwerpunkt ist dabei die gesicherte Verfügbarkeit von Grundwasser. Aktuell (Juli 2025) sind wir in der Situation, dass wir zwar immer wieder  Niederschläge haben, diese sich aber nicht merklich in der Grundwasserneubildung durchschlagen. Dadurch ist der Grundwasserstand noch immer niedrig. Damit die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft trotzdem sicher bleibt müssen hier strategische Maßnahmen gesetzt werden. Zusätzlich sind es die Schadstoffe, die immer wieder in neuer Zahl, neuen Verbindungen bzw. „Erfindungen“ auftreten und auch durch neue Laboranalysetechniken nachgewiesen werden können.

Ludwig Staiger: Neben dem Klimawandel ist auch der demografische Wandel eine große Herausforderung. Spannend ist dabei, dass die Vorhersagen zeigen, dass die Stadt Salzburg selbst wesentlich langsamer wächst als die Umlandgemeinden. Dies führt zu einem gesteigerten Verbrauch in der Region: bis 2050 geht die Statistik Austria etwa von + 5,6 % Bevölkerungszuwachs in der Stadt bei gleichzeitigem +10,8 % Anstieg in Salzburg Umgebung aus. Das wird neue Herausforderungen in der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung der gesamten Region darstellen.

Theodor Steidl: Und zusätzlich ziehen in den Speckgürtel der Städte eher wohlhabende Menschen, die in Einfamilienhäusern mit Gärten und immer öfter mit Pools wohnen. Diese sind vom durchschnittlichen Wasserverbrauch her deutlich höher, als Mehrfamilien- oder -parteienhäuser. Demnach steigt in diesen Regionen zusätzlich der Verbrauch, da die Bewohner:innen tendenziell mehr Wasser verbrauchen als der Durchschnitt.

lebenswelten: Welche Maßnahmen setzt hier die Verwaltung bzw. die Salzburg AG, damit die Versorgung mit dem wertvollen Gut Trinkwasser dann weiterhin sichergestellt werden kann?

Theodor Steidl: Strategisch ist es wichtig, dass langfristig zusätzliche Standbeine bzw. gegenseitige Verbindungen geschaffen werden. So ist man im Falle eines Ausfalles bzw. einer Kontamination einer Wasserspende sicher. Das schaffen wir durch die Fassung neuer Brunnen und Quellen. Zudem gibt es eine starke Partnerschaft über den Wasserverband Salzburger Becken, wo gemeinsam geschaut wird, wie das Versorgungsgebiet bestmöglich abgesichert werden kann. Für die Zukunft ist es zentral, dass man langfristig eine Ausfallsicherheit herstellt. So kann beispielsweise im Falle eines Chemikaliennachweises und der folgenden Sperre eines Brunnens die Trinkwasserversorgung gesichert weiterlaufen.

Ludwig Staiger: Wir sind in Salzburg sehr breit aufgestellt, trotzdem braucht es weitere Sicherungsmaßnahmen. Vor allem durch gegenseitige Vernetzungen unter den einzelnen Wasserversorgern können künftige Versorgungsengpässe kompensiert werden. Beispielsweise gibt hier bereits die Wasserschiene des Wasserverbands Salzburger Becken – eine gemeinschaftliche Leitungen, an welcher die einzelnen Verbandsmitgliedsgemeinden angeschlossen sind und Wasser beziehen können. Hierfür wird der verbandseigene Brunnen Taugl in Kuchl betrieben. Die gegenseitige Vernetzung ist eine super Sache und auch für die Zukunft ein zentraler Aspekt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch wir als Salzburg AG sind Teil dieser Vernetzung  mit dem Wasserverband, um im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen zu können. Das ist also eine langfristige Strategie bei der es zentral darum geht: Was kann passieren? Welche Absicherungen haben wir? Welche Partner können wir ins Boot holen? Und natürlich müssen auch die Prognosen von Institutionen , beispielsweise zu Klimawandel und Bevölkerungswachstum laufend beobachtet werden, die wichtige zukünftige Themen aufzeigen. Als Wasserversorger planen wir immer 20 bis 50 Jahre in die Zukunft.

Theodor Steidl, Referatsleiter „Allgemeine Wasserwirtschaft“ beim Amt der Salzburger Landesregierung ©Dachverband der Salzburger Wasserversorger
Theodor Steidl ist Referatsleiter „Allgemeine Wasserwirtschaft“ beim Amt der Salzburger Landesregierung. ©Dachverband der Salzburger Wasserversorger

Entwicklungen und Effizienz

lebenswelten: Welche aktuellen bzw. künftigen Entwicklungen werden dabei eine Rolle spielen?

Theodor Steidl: Einige Aspekte können aktuell noch gar nicht so genau vorgesagt werden, da sich so vieles laufend verändert. Themen sind jedoch in jedem Fall das Bevölkerungswachstum, das Verbrauchsverhalten, der Klimawandel sowie neue chemische Verbindungen, die sich weiterentwickeln und auch die Nachweismethoden die sich ändern und verbessern. Dafür müssen rechtzeitig Überlegungen angestellt werden, was könnte passieren und wie bereiten wir uns darauf vor. Der Gedanke ist, dass wie agieren bevor überhaupt etwas passieren kann – eben wieder die Relevanz einer langfristigen Planung.

 

lebenswelten: Das heißt aber im Umkehrschluss auch, es braucht ein stetiges Adjustieren, wenn sich Vorhersagen ändern. Wie stellt man sich darauf ein?

Ludwig Staiger: Für uns ist die Studie „Wasserschatz Österreich“ der BOKU eine Orientierungshilfe, was die Zukunftsplanung betrifft. Diese blickt in die Jahre 2050 bis 2070 – also gut eine Generation nach vorne. Damit haben wir Tendenzen, wie sich relevante Faktoren in Hinblick auf die Trinkwasserversorgung verändern. Denn nicht nur das Wachstum der Bevölkerung ist ein Faktor, sondern auch ein lokaler Rückgang kann sich relevant auswirken. Siedeln zu viele Menschen aus einer Region weg und die Leitungen sind überdimensioniert, so könnte ein Rückbau erforderlich werden. Denn auch zu wenig Wasserentnahme aus dem Netz ist schlecht, da es bei einer Wasserstagnation in der Rohrleitung zu einer Nachverkeimung kommen kann.

 

lebenswelten: Welche Maßnahmen werden diesbezüglich gesetzt, um die Trinkwasserversorgung sicherer und effizienter zu gestalten?

Ludwig Staiger: Wir haben mehrere Maßnahmen, die wir zur Qualitätssicherung nutzen. Das sind einerseits die Schulung mit dem bewussten Umgang mit Wasser sowie die Wasserverlust-Reduktion durch ein automatisches Überwachungssystem. So werden nicht wochenlang Rohrbrüche gesucht, sondern diese können zum Teil  noch am selben Tag wieder behoben werden. Auch unsere Aufbereitungsanlagen sind ein Faktor, diese sind 25 Jahre alt und relativ aufwändig im Betrieb. Natürlich schauen wir, was es neues am Markt gibt, welche Methoden andere Wasserversorger nutzen und wie wir dies bei uns in die Systeme integrieren können. Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse hat uns in vielerlei Hinsicht deutlich effizienter gemacht. Es wurden Prozesse eingespart oder automatisiert, was nicht nur zeitliche Ersparnisse mit sich gebracht, sondern auch die Sicherheit erhöht hat. Durch digitale Wasserzähler – ähnlich einem Smart Meter – die über kurz oder lang flächendeckend kommen werden, kann deutlich besser im Bereich des Wassermanagements geplant werden. Auch bei den Kongressen und Branchentreffen, die laufend stattfinden, tauschen sich die diversen Trinkwasserversorger sehr offen über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze aus. So lassen sich oftmals gute Ideen übernehmen und so die eigene Wasserversorgung effizienter und sicherer gestalten.

Theodor Steidl: Für uns als Verwaltung ist hier gerade die Digitalisierung bzw. ein besserer Zugang zu Daten ein wichtiger Hebel. Wir brauchen die Übersicht, wie viel unserer Trinwasserreserven jeweils von den verschiedenen Branchen – Gewerbe, Industrie, Tourismus und Hotellerie sowie durch die Landwirtschaft – verbraucht werden. Mit diesen Eckdaten wäre ein tatsächliches Wassermanagement denkbar – aktuell haben wir zwar einige Möglichkeiten, doch wir arbeiten hauptsächlich mit nicht aktuellen Daten. Je schneller die Informationen zu uns kommen, umso besser können wir natürlich vorplanen bzw. auf Trends reagieren. Hier wird die Wasserentnahmeregisterverordnung, die gerade vom Bund geplant ist, einiges weiterbringen. Dabei wird es verpflichtend zumindest vierteljährlich Daten zum Wasserverbrauch zu liefern und zwar eben nicht nur als Trinkwasserversorger, sondern auch Bereiche wie die landwirtschaftliche Bewässerung müssen ihren Verbrauch melden. Weiters sind auch schnellere und weniger aufwendige Testverfahren zur Feststellung einer bakteriellen Verunreinigung in Entwicklung. Diese helfen sicherlich, dass auch die kleinen Wasserversorger ohne großen Aufwand mehrfach im Jahr ihr Wasser testen können. Die Salzburg AG als großer Versorger hat hier natürlich mehr Ressourcen und prüft die Wasserqualität laufend. Doch für kleine Anbieter gilt aktuell die Regel von zwei Prüfungen pro Jahr. Mit weniger aufwendigeren Testverfahren bekommen wir einen besseren Einblick in den Hygienestatus der Wasserversorgung im Bundesland Salzburg.

Wasser aus dem Trinkwasserhahn © Steve Johnson/Pexels
Das Trinkwasser in Salzburg hat eine wunderbare Qualität. © Steve Johnson/Pexels

Gemeinsamer Austausch und Einbinden der Bevölkerung

lebenswelten: Es wurde bereits einige Male angeschnitten, aber wie wichtig ist der Austausch mit anderen Wasserversorgern?

Theodor Steidl: Der Austausch ist unerlässlich. Ich empfinde, es fühlt sich wie eine große Familie der Trinkwasserversorger an, zu denen man mit Fragen gehen kann, die einen aber auch selbst mal um Rat fragen. Es ist ein offener und ehrlicher Austausch, auch in Richtung der Verwaltung. So dürfen nicht nur die Versorger ihre Erfahrungen teilen, sondern auch wir als Amt sagen, welche Themen aktuell am Tisch liegen. Durch den offenen Austausch können Probleme frühzeitig erkannt und Fehler, die vielleicht wo anders passiert sind, selbst vermieden werden.

Ludwig Staiger: Egal ob im Dachverband, dem ÖVGW in Wien, oder bei den Terminen des Wasserverband Salzburger Becken – der Austausch ist stets sehr offen und unterstützend. Es wird in Ausschüssen gemeinsam gearbeitet und man tauscht sich auch ganz informell bei einem Kaffee über aktuelle Fragestellungen aus. Zentral ist auch die Unterstützung im Falle eines Schadens – hier unterstützen wir uns innerhalb der Trinkwasserversorger großartig und stellen einander im Bedarfsfall z.B. Ersatzteile zur Verfügung, wenn diese beim jeweiligen Versorger gerade nicht lagernd sind.

 

lebenswelten: Neben den anderen Trinkwasserversorgern spielen auch die Abnehmer:innen einen zentrale Rolle. Wie werden diese in Maßnahmen zum Trinkwasserschutz eingebunden?

Ludwig Staiger: Wir merken speziell seit Anfang der 2020er einen Anstieg an Kundenanfragen, die das Thema Trinkwasser betreffen. Wir haben damit reagiert, dass wir offen mit Informationen hinausgehen, sei es über die Webseite, Social Media oder auch über unseren eigenen TV Sender Salzburg AG TV. Hier werden regelmäßig Wissensthemen wie „Der Weg des Wassers – Von der Quelle bis zum Wasserhahn“ oder auch das Feld der Wasseranalysen durch unser eigenes Wasserlabor thematisiert. Zusätzlich betreiben wir den Wasser.Spiegel, unser Wassermuseum am Mönchsberg. Hier wird ebenso Wissen über unser wertvolles Gut – vor allem an Schulklassen – transportiert.

Theodor Steidl: Das Land Salzburg arbeitet stark über die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen. Wir haben gemerkt, dass diese Zielgruppe sehr aufnahmefähig für solche Informationen ist. Bei unserer Aktion „Trinkwasserschule“ werden die dritten Klassen Volksschulen eingeladen, sich mit dem Thema Wasser zu befassen – so erreichen wir jährlich über 2.000 Kinder. Diese lernen den Umgang mit Trinkwasser, wie man den Einsatz der Ressource spart und wieso das auch so wichtig ist. Wir haben gemerkt, dass es oft Kinder sind, die ihre Eltern erziehen – so hat die Aktion noch eine weitere Strahlkraft. Wir tragen das Thema über die Schulen in die Breite und betreiben Sensibilisierung und auch Bewusstseinsbildung. Im Anlassfall sind wir auch Informationsgeber an Medien, beispielsweise wenn es um das richtige Verhalten mit dem Trinkwasser geht. Hier ist es dann wichtig, dass Halbwahrheiten aus der Welt geschaffen werden und klare und präzise Antworten gegeben werden. Wird das Wasser knapp? Nein, nicht wenn wir ein adäquates Verhalten an den Tag legen und hier richtig agieren. Manchmal sind es ganz banale Dinge: Ist mir der grüne Rasen mehr wert oder kann ich einen braunen Rasen zugunsten einer funktionierenden Klospülung akzeptieren. Auch der Unfug, dass man im Falle eines Blackouts die Badewanne füllen soll, gehört aus der Welt geschafft.

lebenswelten: Wie relevant ist hier die Aufklärung der Bevölkerung allgemein zum Thema Wasser?

Theodor Steidl: Ganz zentral ist es meiner Ansicht nach das Vertrauen in unser Trinkwasser zu stärken. Auch das gehört zu Ressourcenschonung dazu: Unser berggekühltes, frisches Wasser aus der Leitung kann fast ohne Fremdenergie transportiert und muss nicht im Kühlschrank auf Trinktemperatur gekühlt werden. Und es ist 500 mal billiger, als stilles Wasser aus der Plastikflasche aus dem Supermarkt. Mit Hotels haben wir etwa eine Aktion, dass diese Tischaufsteller von uns bekommen, auf denen dies auch für unsere Gäste beschrieben ist, die es vielleicht nicht gewohnt sind, so gute Wasser direkt aus der Leitung zu bekommen. Auch die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser über die freizugänglichen Trinkwasserbrunnen in der Stadt Salzburg ist hierbei ein wichtiger Punkt. So kann Plastik, Energie und Geld eingespart werden, was wiederum an anderer Stelle gebraucht wird.

Ludwig Staiger: In der Stadt Salzburg sind es gesamt 21 Trinkbrunnen, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind. So haben auch die Touristen bzw. Bewohner jederzeit einen direkten Zugang zu bestem Trinkwasser, wenn sie einen Tag in der Landeshauptstadt verbringen.

 

lebenswelten: Wie wichtig ist die Salzburg AG als Partnerin für Stadt und Land Salzburg?

Theodor Steidl: Die Mitarbeiter:innen der Salzburg AG sind die Profis, wenn es um die Trinkwasserversorgung geht. Daher haben wir uns auch sehr gefreut, als sie dem Dachverband der Salzburger Wasserversorger beigetreten ist. Ich nehme an, die Salzburg AG zieht sicherlich weniger Vorteile heraus, als die anderen Mitglieder. Doch gerade diese Solidarität, die damit gezeigt wird, ist ein wichtiges Signal für die Gemeinschaft der Versorger.

Ludwig Staiger: Als großer, professioneller Wasserversorger sehen wir uns in der Pflicht, auch kleinere Versorger mit unserem Know How zu unterstützen. Auch unsere Eigentümerstruktur mit Stadt und Land Salzburg bringt uns in die Rolle, dass wir hier bestmöglich helfen, und die Region im allgemeinen stärken.

Ludwig Staiger ist Leiter der Trinkwasserversorgung der Salzburg AG und Mitverantwortlich für die Sicherstellung der Wasserqualität des Salzburger Trinkwassers. ©Georg Kukuvec/Salzburg AG
Ludwig Staiger ist Leiter der Trinkwasserversorgung der Salzburg AG und Mitverantwortlich für die Sicherstellung der Wasserqualität des Salzburger Trinkwassers. ©Georg Kukuvec/Salzburg AG

Die Zukunft der Trinkwasserversorgung

lebenswelten: Wie sieht die Zukunft der Trinkwasserversorgung in Salzburg aus?

Theodor Steidl: Es kommt sicherlich viel Arbeit auf uns zu, aber wir haben eine gute Vorplanung und gehen partnerschaftlich in die Zukunft. Zentral sehe ich, dass auch in der Zukunft nicht die Gewinnorientierung, sondern der kommunale Ansatz im Fokus bleibt. Auch die Erweiterung von Trinkwasserversorgungsanlagen und die Reinvestition wird eine Rolle spielen. Gleichzeitig müssen jedoch unsere Schutz- und Schongebiete verteidigt und auch gegen monetäre Versuchungen – beispielsweise durch einen erweiternden Siedlungsbau – beschützt werden. Der Siedlungsdruck ist dabei ein großes Thema, denn die  frei gehaltenen Flächen für den Schutz der Wasservorkommen verleiten die Kommunen zu Überlegungen, ob eine Mehrfachnutzung möglich wäre.

Ludwig Staiger: Aktuell nutzen wir rund 65 Prozent unserer gesamt verfügbaren Wassermengen – die rund 21 Millionen m³ pro Jahr betragen. Das heißt grundsätzlich sind wir gut für die Zukunft gerüstet. Dennoch wird es künftig erforderlich sein, Netzverbünde mit anderen Wasserversorgern herzustellen, um sich im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen zu können. Auch ist es unsere Aufgabe in die Zukunft zu planen und bei Bedarf hier Kooperationen mit Umlandgemeinden anzustreben, um für den Großraum Salzburg die  Versorgungssicherheit weiter zu verbessern bzw. zu stärken.

lebenswelten: Gibt es eine abschließende Botschaft, die ihr den Salzburger:innen mitgeben wollt?

Ludwig Staiger: Wir haben aktuell ausreichend Trinkwasserreserven zur Verfügung, egal ob als Salzburg AG oder auch in den Kommunen und Wassergenossenschaften. Dennoch ist es wichtig, dass wir die Zukunft im Auge behalten: Themen wie der Klimawandel oder der demografische Wandel werden hier große Auswirkungen haben. Wir stehen nicht still, sondern gehen aktiv und voller Tatendrang in die Zukunft, um auch künftig unsere Kund:innen mit bestem Trinkwasser versorgen zu können. 

Theodor Steidl: Mir ist wichtig nochmal zu betonen, dass wir in Salzburg wirklich ein wunderbares Trinkwasser haben. Direkt aus der Leitung, so frisch wie kein Plastikflaschenwasser und bestens temperiert. Es kommt aus der Leitung, hat kurze Transportwege und benötigt kaum Energie. Diesen großen Schatz müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen. Für einen sehr geringen Preis haben wir in Salzburg eine unglaublich wichtige Ressource – und ich wünsche mir hier mehr Stolz und Bewusstsein, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Unser Trinkwasser ist immer da, wenn man es braucht.

Zukunft ist nicht. Zukunft macht man. Die Salzburg AG zeigt, wie das Morgen nicht einfach nur passiert, sondern aktiv gestaltet wird. Mit Engagement, Innovation und Zusammenarbeit legen wir die Grundlage für eine sichere Trinkwasserversorgung von Morgen.

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