Rück- und Ausblick – E-Mobilität im Wandel

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Es hat sich viel getan in der E-Mobilität! Der sowohl technologische als auch infrastrukturelle Fortschritt schreitet schnell voran und auch die Zulassungszahlen ziehen deutlich an. Mit Ende November sind bereits 152.122 E-Autos auf Österreichs Straßen unterwegs – Tendenz rasch steigend. lebenswelten hat einige Highlights aus 2023 aus Sicht der Salzburg AG zusammengefasst und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Leistungsbasierte Abrechnung

Eine wichtige Neuerung aus diesem Jahr, auf die viele E-Mobilist:innen bereits lange gewartet haben, sind kilowattstunden-basierte Ladetarife (kWh). Dank einer neuen Verordnung des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen vom Mai 2023 gibt es nun endlich auch in Österreich eine rechtssichere Möglichkeit auf diese transparente Art abzurechnen. Da die Ladegeschwindigkeit zahlreichen Faktoren und Schwankungen – wie etwa dem Ladezustand des Akkus oder sogar der Außentemperatur – unterliegt, profitieren die Kund:innen davon. Fragen rund um die Ladekurve sowie das kWh-Laden im Detail haben wir bereits in unserem Beitrag erklärt. Mit der leistungsbasierten Abrechnung kann nun endlich eine transparente und faire Lösung für E-Autofahrer:innen angeboten werden.

Gesteigerter Komfort beim Laden

Eine zentrale Entwicklung im Bereich der Ladeinfrastruktur ist sicherlich der Trend hin zu mehr Komfort. Es geht nicht mehr nur um die Verfügbarkeit von Ladepunkten, sondern auch zunehmend um die Aufenthaltsqualität bei eben diesen. Denn die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten stellt die Salzburg AG mit dem dichtesten Ladenetz im Bundesland und rund 1.115 Ladepunkten bereits heute sicher. Doch es braucht mehr als nur einen Stecker um die E-Mobilist:innen glücklich zu machen.

Den ersten Ladehub mit insgesamt drei Hyperchargen (mit gesamt 600 kW), einer PV-Überdachung sowie einem Aufenthaltsbereich hat das Unternehmen im Oktober 2023 in Kaprun eröffnet. Damit die Wartezeit – die im Schnitt rund 30 Minuten dauert – während des Ladevorganges bequemer über die Bühne geht, wurde zusätzlich eine Ladelounge errichtet. Diese ist mit einem Kaffeeautomaten sowie einem Kühlschrank mit lokalen Produkten ausgestattet. Der Ladehub wird sicherlich nicht der letzte seiner Art bleiben. Ganz im Gegenteil, eine Verschränkung von Laden und Komfort wird in den nächsten Jahren noch relevanter werden.

Fuhrparkmanagement und Abrechnungsservice

Auch immer mehr Firmenfahrzeuge sind inzwischen elektrisch, was eine dementsprechende Infrastruktur bei den Unternehmen voraussetzt. Umso wichtiger ist es, bereits bei der Errichtung neuer Wirtschaftsstandorte E-Ladelösungen von Vornherein mit zu planen. Damit die Abwicklung dieser Firmenfahrzeuge auch  effizient läuft ist das  Tracking der Ladevorgänge in der Firma, an öffentlichen Stationen sowie gegebenenfalls auch dem Zuhause der Mitarbeiter:innen nötig.  Monitoring-Lösungen, die das Betreiben eines rein elektrischen Fuhrparkes für Unternehmen diverser Größen erleichtern sind unabdingbar.

Ein weiterer immer relevanterer Faktor ist auch die Bereitstellung von Ladelösungen auf Besucher-bzw. Kundenparkplätzen. Hotels, Supermärkte, Restaurants oder auch jegliche andere Betriebe mit Parkplätzen können von Ladelösungen profitieren. Einerseits durch das Anbieten eines neuen Services für Kund:innen, andererseits für die Positionierung als Betrieb, der einen positiven und auch sichtbaren Beitrag zur Energiewende leistet. Zudem sieht das Salzburger Bautechnikgesetz bei Nicht-Wohnbau ab 10 Stellplätzen ohnehin verpflichtend die Errichtung zumindest eines Ladepunktes vor.

Zukunftstechnologien der Ladeinfrastruktur

Zwei große Themen bei der technologischen Weiterentwicklung der E-Mobilität der nächsten Jahren sind Plug&Charge sowie das bidirektionale Laden. Ersteres beschreibt eine Technologie, bei der das Auto direkt mit der Ladestation kommuniziert und zwar über den im Fahrzeug abgespeicherten Ladevertrag. Es benötigt damit keine Apps oder Ladekarten mehr, sondern alles ist mit dem Anstecken schon erledigt. An der Umsetzung von Plug&Charge wird auch bei der Salzburg AG bereits mit Hochdruck gearbeitet.

Auch das bidirektionale Laden, bei dem der Energiefluss in zwei Richtungen laufen kann – in das Auto hinein und auch wieder hinaus ins Stromnetz (Vehicle-to-Grid) bzw. das eigene Haus (Vehicle-to-Home) – wird ebenfalls genauestens beobachtet. Zu den Entwicklungen und Chancen in diesem Bereich gibt es ein sehr spannendes Interview mit David Grubinger, einem Experten der Salzburg Netz GmbH. Beide Themen sind noch mit gesetzlichen sowie regulatorischen Hürden behaftet, die parallel zur technischen Weiterentwicklung von Fahrzeugen und Ladestationen gemeistert werden müssen. Doch es ist klar, dass beide Technologien in den nächsten Jahren für den Markt relevant werden.

Ein weiterer Trend in diesem Bereich ist jener hin zu immer stärkeren öffentlichen Schnellladern. Im Ausbau sieht man immer mehr 150-300 kW Lader. Diese bringen einerseits einen Boost in der Ladegeschwindigkeit, andererseits legen sie den Grundstein für das Laden von Transportern oder gar E-LKWs.

Geringere Preise, mehr Modelle und leistungsstärkere Akkus

Aber nicht nur bei der Ladeinfrastruktur und den Ladetechnologien tut sich so einiges. Auch die E-Autos selbst erleben gerade einen großen Wandel. Erstens werden immer mehr Modelle am Markt angeboten und das in verschiedenen Preissegmenten. Verabschieden kann man sich vom Bild des E-SUV als einzige Möglichkeit. Ganz im Gegenteil bringen immer mehr Marken auch kleinere Modelle oder in die andere Richtung gehend mehr Transporter auf den Markt. Diese Varianz führt auch dazu, dass E-Mobilität deutlich breitenwirksamer wird, da sowohl das Niedrigpreis- als auch das Luxussegment zunehmend abgedeckt werden.

Zweitens werden die Batterien auch immer ‚besser‘: Verkürzte Ladezeiten, höhere Reichweiten und sinkende Produktionskosten tragen allesamt dazu bei, dass die Neuzulassungszahlen immer dynamischer werden. Die E-Autos von heute bieten für Nutzer:innen inzwischen eine attraktive Kombination aus Reichweite, Leistung und Nachhaltigkeit, die zu einer immer breiteren Akzeptanz in der Bevölkerung führt. Zusätzlich setzt auch die Gesetzgebung setzt klare Impulse: Ab 2035 dürfen ja bekanntlich in der EU keine neuen, mit fossilem Diesel oder Benzin betankten Pkws mehr neu zugelassen werden.

Die E-Mobilitätsbranche bleibt auch im kommenden Jahr vor allen Dingen eines – dynamisch. Die Salzburg AG ist dabei ein verlässlicher Partner an deiner Seite, der nicht nur die aktuellen Bedürfnisse abdeckt, sondern bereits in die Trends der Zukunft investiert. Mehr Informationen zu den Produkten und der Ladeinfrastruktur unter: www.salzburg-ag.at/e-mobilitaet

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