Landwirtschaft & Energiewende: Durch Agri-PV ein starkes Team

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Was lang als Gegensatz galt, vereint das innovative Konzept Agri-PV zu einem starken Doppel. Grünland wird dabei zweifach genutzt: zum Erzeugen von nachhaltigem Sonnenstrom und für die Landwirtschaft. Das bringt die Energiewende voran, beschert Bauern eine zusätzliche Einnahmequelle und schützt wertvollen Lebensraum. Drei Leuchtturm-Projekte unter Federführung der Salzburg AG sind bereits in Betrieb und liefern mehr als 10 Gigawattstunden grüne Energie pro Jahr.

Inhaltsverzeichnis

Die Energiewende braucht Raum für einen schnellen Erneuerbaren-Ausbau, die Landwirtschaft braucht Perspektiven. Das Konzept Agri-PV macht aus scheinbar gegensätzlichen Ansprüchen ein Win-Win-Modell, das wertvolles Grünland nicht versiegelt, sondern doppelt nutzt: Während eine PV-Anlage auf landwirtschaftlichen Flächen nachhaltigen Sonnenstrom erzeugt, finden Tiere unter den Modulen Schutz und Lebensraum, wächst dort Gras oder Getreide. Drei von bzw. mit der Salzburg AG realisierte Agri-PV-Anlagen zeigen, dass Energiegewinnung und Landwirtschaft keine Konkurrenten sind, sondern Partner – gemeinsam schaffen sie eine Zukunft, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltig ist.

Die Kombination bringt starke Vorteile für beide Seiten:

Für die Landwirtschaft

  • Einkommenssicherung und Diversifizierung: Agri-PV verspricht Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle, ohne ihre Flächen aufgeben zu müssen.
  • Schutz für Fauna und Flora: Die PV-Module spenden Schatten, schützen vor Starkregen, Hagel oder Raubvögeln und schaffen ein ausgeglichenes Mikroklima.
  • Förderung der Biodiversität: Blühstreifen, Schafbeweidung und durchdacht strukturierter Raum im Umfeld der PV-Module bieten Lebensraum und Schutz für Kleintiere und Insekten.


Für die Energiewende

  • Schneller Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung ohne Flächenkonkurrenz oder Bodenversiegelung
  • Regionale Wertschöpfung durch lokale Stromproduktion und Bürger-Beteiligung an Agri-PV-Projekten
  • Reduktion von CO2-Emissionen und Stabilisierung des Stromnetzes durch dezentrale, gleichmäßig verteilte Energieproduktion

Drei Projekte, ein Ziel: Energiezukunft aus der Region

Mit drei bisher erfolgreich realisierten Agri-PV-Anlagen in Eugendorf, am Salzburgring und in Lamprechtshausen setzt die Salzburg AG neue Maßstäbe für nachhaltige Freiflächen-Photovoltaik und verleiht der Energiewende den nötigen Schub. Insgesamt erzeugen die drei Anlagen jährlich rund 10,25 Gigawattstunden (GWh) sauberen Sonnenstrom – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 2.750 Haushalten.

Die bei den Projekten eingebundenen Landwirte profitieren nicht nur durch eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern auch davon, dass die Flächen landwirtschaftlich produktiv bleiben: Mehr als 12 Hektar Grünland werden weiterhin bewirtschaftet, über 7.000 Hühner, zahlreiche Schafe und Kleinlebewesen finden hier Schutz und Lebensraum.

Sonnen.Park Eugendorf: doppelte Ernte auf 6 Hektar

Das erste große Agri-PV-Projekt der Salzburg AG ist seit 2024 in Betrieb und kombiniert bifaziale Solarzäune mit Grünland-Bewirtschaftung. Die vertikal angeordneten Module nutzen die unterschiedliche Sonneneinstrahlung im Verlauf eines Tages beidseitig optimal aus: Die pro Jahr erzeugten 2,6 GWh Strom reichen für die Versorgung von 650 Haushalten.
Nur zwei Prozent der Fläche sind tatsächlich überbaut – Mähen, Düngen und Ernten ist weiterhin problemlos möglich. Auch die Bioversität wird aktiv gefördert und durch wissenschaftliches Monitoring begleitet: Blüh-/Gehölzstreifen und Steinhaufen schaffen Rückzugsräume für Kleinlebewesen.
An dem Erfolg ließ die Salzburg AG auch die lokale Bevölkerung teilhaben: Via Crowdfunding sind zahlreiche Bürger:innen am Sonnen.Park Eugendorf beteiligt.

Agri-PV Anlage Eugendorf ©Salzburg AG
Die Module der Agri-PV Anlage Eugendorf zeichnen sich durch ihre vertikale Ausrichtung aus. ©Salzburg AG

Agri-PV Salzburgring: Sonnenkraft mit Top-Speed

Mit der wenig später in Betrieb genommenen Agri-PV-Anlage am Salzburgring unterstützt die Salzburg AG die Ambitionen der Betreiber, die neben klassischen Motorsport-Veranstaltungen eine Neuausrichtung hin zu emissionsfreien Events anstreben. Neben der Rennstrecke entstehen auf gut 2 Hektar jährlich 2,25 GWh Sonnenstrom – damit ist der Energiebedarf von 560 Haushalten abgedeckt. Während Rennwagen an der Böschung vorbeirauschen, erledigen grasende Schafe unter den Modulen nebenbei die Landschaftspflege.

Agri-PV Anlage am Salzburgring ©Salzburg AG
Die Schafe schätzen den Schatten, den die PV-Module am Salzburgring spenden. ©Salzburg AG

Wiesenstrom Lamprechtshausen: Solarstrom macht Hühner glücklich

Die bisher größte Agri-PV-Anlage entstand 2025 als Gemeinschaftsprojekt der Wiesenstrom GmbH, an dem die Salzburg AG zu 40 Prozent beteiligt ist, und bringt Landwirtschaft, Tierwohl und Energieerzeugung in eine sinnstiftende Balance. In einem Hühnerauslauf in Lamprechtshausen produzieren rund 7.800 PV-Module auf 6 Hektar Fläche jährlich 5,4 GWh Sonnenstrom – genug für mehr als 1.500 Haushalte. Unter den aufgeständerten Modul-Tischen finden etwa 7.000 Legehennen willkommene Schattenplätze und Schutz vor Raubvögeln.

Agri-PV Wiesenstrom in Lamprechtshausen ©Salzburg AG
Die PV-Module in Lamprechtshausen bieten den Legehennen Schutz vor Raubvögeln und produzieren zeitgleich jede Menge Sonnenstrom. ©Salzburg AG

Agri-PV als Schlüssel für Klimaneutralität

Klimafreundliche Energie, der Erhalt von wertvollem Lebensraum und regionale Wertschöpfung müssen in Zukunft noch stärker gemeinsam gedacht werden. Die Erfolgsprojekte Sonnen.Park Eugendorf, Salzburgring und Wiesenstrom zeigen: Agri-PV ist kein Nischenkonzept, sondern ein Schlüssel zur nachhaltigen Energiezukunft, der erneuerbare Stromgewinnung mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft ideal kombiniert und Flächen doppelt nutzt, statt sie zu versiegeln.

Für das klare Strategie-Ziel der Salzburg AG, die als Decarbonizer bis 2040 klimaneutral sein und 2 Terawattstunden erneuerbaren Strom erzeugen will, spielt Agri-PV deshalb eine wichtige Rolle. Derzeit arbeitet das Unternehmen intensiv an der Erschließung weiterer Standorte und der Entwicklung neuer, innovativer Modulsysteme, um die Energiewende zu beschleunigen und die Zukunft von Bauern und ländlichen Regionen zu sichern.

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