Klimaanlage mit Solar betreiben

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Sommer in Österreich – die Temperaturen steigen, und in den eigenen vier Wänden wird es ungemütlich warm. Eine Klimaanlage sorgt für Abhilfe, doch viele schrecken vor den Stromkosten zurück. Die Lösung? Solarenergie! Da eine Klimaanlage genau dann am meisten Energie benötigt, wenn die Sonne am stärksten scheint, ist sie der perfekte Partner für deine Photovoltaik-Anlage. In diesem Ratgeber erfährst du, wie das Zusammenspiel funktioniert, wie viel PV-Leistung du brauchst, welche Alternativen es gibt und wann sich die Investition für dich lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Wichtigste Fakten auf einen Blick

  • Solarenergie und Klimaanlagen sind ein ideales Team, da der Kühlbedarf genau dann am höchsten ist, wenn deine PV-Anlage die meiste Energie liefert.
  • Wie viel PV-Leistung nötig ist, hängt von Kühlleistung, Effizienz des Klimageräts, Raumgröße, der Nutzungsdauer und vor allem vom Gebäudezustand ab. Je besser gedämmt, desto weniger Kühlbedarf!
  • Durch die Nutzung von eigenem Sonnenstrom sparst du in Österreich rund 22 Cent pro Kilowattstunde.

Wie funktioniert eine Klimaanlage?

Eine Klimaanlage funktioniert im Grunde wie ein Kühlschrank. Sie besteht meist aus zwei Teilen, wobei das Innengerät dem Raum die Wärme entzieht und sie über das Außengerät nach draußen abgibt. Diese sogenannten Split-Klimaanlagen, aber auch weitere Klimageräte, können statt ausschließlich mit Netzstrom, auch mit Solarenergie betrieben werden.

Der entscheidende Vorteil: PV Strom, den du selbst verbrauchst, ist deutlich wertvoller als Strom, den du ins Netz einspeist. In Österreich bekommst du für eingespeisten Strom derzeit rund 6,7 Cent/kWh (OeMAG-Marktpreis), während Netzstrom dich zwischen 23 und 35 Cent/kWh kostet. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, „verdienst“ du also rund 22 Cent mehr.

Klimaanlage mit Photovoltaik

Wer eine PV-Anlage hat oder gerade plant, kann damit auch eine Klimaanlage mit Strom versorgen. Die Photovoltaik-Module wandeln das Sonnenlicht in Strom um und ein Wechselrichter macht daraus nutzbaren Haushaltsstrom. Damit kann die Klimaanlage (und auch weitere Geräte) betrieben werden. Das passt besonders gut zusammen, weil der Kühlbedarf meist dann am höchsten ist, wenn die PV-Anlage viel Strom produziert.

Klimaanlagen mit Solar betreiben

Neben den Split-Klimaanlagen gibt es weitere Arten von Klimaanlagen zur Auswahl, die mit Solarenergie betrieben werden können. Welche Klimaanlage mit welcher Solaranlage funktioniert, hängt davon ab, wie groß der Raum ist, wie lange sie läuft und wofür du sie nutzen möchtest.

Arten von Klimaanlagen:

  • Zentrale Klimaanlagen (Multisplit-Klimaanlagen): Ideal für ganze Gebäude. Erfordern umfangreiche Installation, da jede Inneneinheit eines Raumes über eine Kälteleitung mit dem Außengerät verbunden ist.
  • Monosplit- oder Singlesplit-Klimaanlagen: Nur eine Inneneinheit zu einem Außengerät und geeignet für kleinere Wohnungen oder wenn nur ein Raum klimatisiert werden soll.
  • Mobile (Monoblock) Klimageräte: Tragbar, rollbar und ohne feste Installation flexibel einsetzbar. Abluft wird meist über einen Schlauch nach außen (bspw. durch eine geeignete Fensteröffnung) abgeführt.

Mini-Solar-Klimaanlage: Balkonkraftwerk und Klimaanlage

Mini-Klimaanlagen oder Luftkühler, aber auch sogenannte Single-Split-Klimaanlagen (Ein-Raum-Lösungen) können über ein Balkonkraftwerk (800 W) mit Solarenergie betrieben werden. In der Praxis liefern Balkonkraftwerke aber nicht genug Leistung, um zusätzlich zu den anderen Haushaltsgeräten eine Klimaanlage vollständig zu betreiben. Besonders beim Anlaufen und an sehr heißen Tagen muss weiterhin Strom aus dem Netz bezogen werden.

Sinnvoll ist die Kombination daher vor allem zur Reduzierung der Stromkosten. Für kleine Räume und kurze Laufzeiten kann sie sich lohnen, bei dauerhaftem Kühlbetrieb stößt die Kombination jedoch schnell an ihre Grenzen.

Ein einzelnes modernes Windrad kann jährlich Strom für mehrere tausend Haushalte erzeugen. In Kombination mit anderen bestehenden erneuerbaren Anlagen entsteht so ein leistungsfähiger Energiemix, der nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Regionale Stromerzeugung hält Wertschöpfung im Land und stärkt die Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten.

Mobile Monoblock-Klimaanlage mit Solar

Mobile Monoblockgeräte sind tragbare, rollbare Klimageräte. Sie brauchen keine Außeneinheit und eignen sich vor allem für den gelegentlichen Einsatz wie im Wohnmobil oder beim Campen. Monoblock-Klimaanlagen funktionieren ähnlich wie Split-Klimaanlagen, geben aber die Abluft meist über einen Schlauch nach außen ab.

  • Der Haken: Ihr Energieverbrauch ist rund 30 % höher als bei vergleichbaren Split-Geräten, und die Kühlleistung ist geringer. Sie sind meist auch sehr laut.
  • In Kombination mit einem Balkonkraftwerk oder einer kleinen PV-Anlage funktioniert das Prinzip grundsätzlich, ist aber wirtschaftlich wenig attraktiv.
  • Ist eine sinnvolle Kombination für kurze Laufzeiten am Tag.

Klimaanlage mit Photovoltaik und Speicher

Eine Klimaanlage lässt sich auch mit einer größeren Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher kombinieren. Das ist vor allem dann interessant, wenn die Klimaanlage nicht nur tagsüber, sondern auch am Abend oder in der Nacht laufen soll.

  • Die Kombination mit PV, Speicher und Klimagerät reduziert den Netzstrombezug erheblich.
  • Die Anschaffung eines Speichers ist teuer. Sie lohnt sich vor allem, wenn mehr Geräte ganztägig Strom brauchen wie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto.

Wie viel Solarenergie braucht man für eine Klimaanlage?

Wie viel Solarenergie eine Klimaanlage braucht, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: der Effizienz des Klimageräts und dem Stromverbrauch, der maßgeblich vom Gebäudezustand abhängt. Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto weniger Kühlbedarf besteht. Wichtig ist dabei: Die angegebene Kühlleistung ist nicht gleich dem Stromverbrauch. Vielmehr erzeugen die effizientesten Klimaanlagen aus 1 kW Strom etwa 4 kW Kühlleistung. Wie effizient das Gerät im Kühlbetrieb arbeitet, zeigt der EER (energy efficiency ratio). Er beschreibt das Verhältnis von Kühlleistung zu Stromaufnahme unter Idealbedingungen.

Strombedarf = Kühlleistung ÷ EER

Je höher der EER, desto weniger Strom braucht die Klimaanlage für dieselbe Kühlleistung. Eine Klimaanlage mit 3,5 kW Kühlleistung benötigt also nicht automatisch 3,5 kW Strom, sondern je nach Effizienz deutlich weniger Strom aus PV-Anlage oder Netz.

Beispiel / Gerät Gerätegröße (Kühlleistung) EER Benötigte elektrische Leistung aus PV oder Netz (≈ kW) Entspricht PV‑Anlagengröße (≈ kWp) Ca. Modulanzahl
Zentrale Split (Multi-Split) 7,8 kW gesamt (3 × 2,6 kW Innengeräte) 3,0 2,6 kW (7,8 ÷ 3,0) 2,6 kWp ~6 Module
Split-Klimaanlage 4,0 kW 3,1 1,29 kW (4,0 ÷ 3,1) ~1,3 kWp ~3 Module
Monoblock-Klimagerät 2,8 kW 2,3 1,22 kW (2,8 ÷ 2,3) ~1,2 kWp ~3 Module
Kleine Split-Klimaanlage 2,6 kW 3,1 0,84 kW (2,6 ÷ 3,1) ~0,8 kWp ~2 Module bzw. Balkonkraftwerk ausreichend

Eigenverbrauch optimieren

Um möglichst viel Solarstrom direkt zu verbrauchen, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Klimaanlage bevorzugt tagsüber zwischen 10 und 17 Uhr betreiben, wenn die Solar-Anlage ihre Spitzenleistung erreicht. Timerfunktion der Klimaanlage nutzen.
  • Raumvorkühlung nutzen: Raum tagsüber stark abkühlen, abends läuft die Anlage weniger.
  • Tipp: In der Früh lüften und die frische, kühle Morgenluft nutzen. So kann tagsüber weniger gekühlt werden und Strom gespart werden.
  • Energiemanager oder Smart-Home-System einsetzen, um die Klimaanlage automatisch bei PV-Überschuss zu aktivieren.

Kombination mit Batteriespeicher für eine noch bessere Ausnutzung des Solarstroms.

Vorteile und Nachteile: Klimaanlage und Photovoltaik

Die Kombination aus Photovoltaik und Klimaanlage hat klare Stärken, ist aber nicht in jedem Fall die optimale Wahl. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Vorteile überwiegen und welche Nachteile du einplanen solltest.

Vorteile:

  • Geringere Stromkosten durch Ausnutzen des selbst erzeugten Stroms
  • Mit Batteriespeicher kostengünstiger als reiner Netzbezug

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Komplexe Installation oder Umrüstung notwendig (bei Bestandsgeräten)

Lohnt es sich eine Klimaanlage mit Solar zu betreiben?

PV-Anlagen amortisieren sich in Österreich aktuell in 5 – 10 Jahren. Mit einer angeschlossenen Klimaanlage jedoch schneller, weil der Eigenverbrauch steigt und damit weniger Strom ins Netz gespeist wird. Wann und für wen ist es aber sinnvoll?

  • Eigenheim: Wer bereits eine PV-Anlage hat oder plant, sollte den zusätzlichen Verbrauch einer Klimaanlage gleich mitdenken.
  • Reihenhäuser oder Doppelhaushälften: Lohnt sich, wenn Dachfläche und Dimensionierung der PV-Anlage passen.
  • Eigentums- und Mietwohnungen: Möglich mit Balkonkraftwerk (800 W) und einer kleinen Split- oder Monoblock-Klimaanlage. Vor der Außeneinheit-Montage sollte die Zustimmung der Hausverwaltung eingeholt werden.
  • Wohnmobile oder für Campingausflüge: Mobile Monoblock-Anlagen und Balkonkraftwerke sind oft eine praktikable Lösung. Die Leistung der Klimaanlage ist aber geringer.

TIPP

Wann braucht man eine Klimaanlage? Je schlechter der Raum gedämmt oder beschattet ist, desto mehr Kühlbedarf ist nötig, um die Temperatur im Raum zu senken.

Wechselrichter und Energiemanager

Damit eine Photovoltaikanlage und ein Klimagerät reibungslos zusammenspielen, ist ein moderner Wechselrichter mit einem angeschlossenen Steuerungssystem entscheidend. Dieses System sorgt dafür, dass die Klimaanlage vorzugsweise dann in Betrieb ist, wenn ausreichend selbst erzeugter Solarstrom zur Verfügung steht. So wird verhindert, dass unbemerkt teurer Netzstrom genutzt wird. Wichtig zu beachten ist zudem, dass nicht jede Klimaanlage mit einer solchen Steuerung kompatibel ist – hier hilft ein Blick in die technischen Angaben oder eine Rückfrage beim Hersteller.

Häufig gestellte Fragen

Kann man eine Klimaanlage mit Solar betreiben?

Ja, eine Klimaanlage kann mit Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage betrieben werden. Besonders sinnvoll ist das tagsüber, wenn die PV-Anlage viel Strom erzeugt und gleichzeitig der Kühlbedarf hoch ist.

Kann ein Balkonkraftwerk eine Klimaanlage versorgen?

Ein Balkonkraftwerk kann den Stromverbrauch einer kleinen Klimaanlage senken, reicht aber meist nicht aus, um sie vollständig autark zu betreiben. Vor allem beim Anlaufen, bei hoher Kühlleistung oder längerer Laufzeit wird zusätzlich Netzstrom benötigt.

Wie kann ich möglichst viel Solarstrom für die Klimaanlage nutzen?

Am besten läuft die Klimaanlage tagsüber, wenn die PV-Anlage viel Strom erzeugt. Zusätzlich helfen Raumvorkühlung, ein Energiemanager, Smart-Home-Steuerung oder ein Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen.

Was bedeutet EER bei einer Klimaanlage?

Der EER zeigt, wie effizient eine Klimaanlage im Kühlbetrieb arbeitet. Je höher der Wert, desto weniger Strom braucht das Gerät für dieselbe Kühlleistung.

Kann ich eine bestehende Klimaanlage nachträglich mit PV-Strom betreiben?

Ja, eine bestehende Klimaanlage kann mit Strom aus einer PV-Anlage betrieben werden. Der Strom, der mit der PV-Anlage erzeugt wird, wird über einen Wechselrichter in Haushaltsstrom umgewandelt.

Was passiert, wenn die PV-Anlage weniger Strom liefert als die Klimaanlage braucht?

Dann wird der fehlende Strom automatisch aus dem öffentlichen Netz bezogen. Die Klimaanlage läuft also weiter, nur nicht vollständig mit Solarstrom.

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