Energiegemeinschaften: wichtige Bausteine der Energiewende

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Österreichs Klimaziele sind ambitioniert: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 36 Prozent verringert und bis 2050 fossile Brennstoffe vollständig ersetzt werden. Um dies zu erreichen, ist der weitere Ausbau erneuerbarer Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft notwendig. Gleichzeitig braucht es neue Produkte und Dienstleistungen, damit sich alle an der Energiewende beteiligen können. Nicht nur Großverbraucher sind aufgerufen, das Verbrauchsverhalten zu ändern, sondern jede bzw. jeder Einzelne. Doch wie kann das gelingen? Eine Möglichkeit stellen Energiegemeinschaften dar, die sich mit der digitalen Plattform ENOX.share der Salzburg AG einfach umsetzen lassen.

Inhaltsverzeichnis

Damit der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien funktioniert, braucht es sowohl innovative Ansätze als auch ein gemeinschaftliches Vorgehen. Energiegemeinschaften erfüllen diese Eigenschaften. Sie sind bestes Beispiel dafür, wie sich mehr Energieunabhängigkeit durch den Zusammenschluss Gleichgesinnter erreichen lässt. Der Wille dafür ist bei den Österreicherinnen und Österreichern vorhanden. Laut einer Gallup-Umfrage sind sie mehrheitlich für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien: Sechs von zehn Befragten wünschen sich mehr Tempo beim Ausbau von Wasser-, Wind- und Sonnenenergie. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) spricht sich klar für den Ausbau von Netzen und Leitungen aus.

Meine Energiewende

Doch was versteht man überhaupt unter einer Energiegemeinschaft? Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mindestens einer Erzeugerin bzw. einem Erzeuger und einer Verbraucherin bzw. einem Verbraucher zur gemeinsamen Produktion und Verwertung von Energie. Der Prosumer produziert Energie, während der Consumer den Strom verwendet. Dieser lässt sich über Grundstücksgrenzen hinweg gemeinsam verbrauchen, speichern und zum fix vereinbarten Preis verkaufen. An Energiegemeinschaften können sich sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen oder Gemeinden beteiligen. Nachbar:innen, Freund:innen oder andere Personen im gleichen Netz werden damit zu Energiepionieren, die einen Beitrag zur Energieunabhängigkeit leisten. Großes Plus dabei sind die geringeren Netzgebühren und der Wegfall diverser Abgaben – etwa der Elektrizitätsabgabe für Strom aus erneuerbaren Quellen. Für die Gründung braucht es allerdings eine eigene Rechtsform. Das kann ein Verein oder eine Genossenschaft sein.

Es gibt verschiedene Formen von Energiegemeinschaften, wobei die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) einen klaren Vorteil hat: Die Energie wird nachhaltig dort produziert, wo sie auch verbraucht wird. Voraussetzung bei diesem Zusammenschluss ist, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt und sich die Gemeinschaft auf den lokalen oder regionalen Nahbereich beschränkt, also innerhalb des Versorgungsgebietes einer Trafostation bzw. eines Umspannwerkes.

Digitale Plattform hilft

Die Gründung einer Energiegemeinschaft ist allerdings mit vielen Überlegungen und Schritten verbunden. Ist eine lokale oder regionale EEG möglich? Wann verfügt jedes potenzielle Mitglied über einen Smart Meter? Wie erfolgt die Abrechnung innerhalb der EEG? Um diesen Aufwand zu minimieren, hat die Salzburg AG die digitale Plattform ENOX.share entwickelt. Von der Gründung und Aktivierung über das Management und die fortlaufende Optimierung werden damit maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand angeboten.

Größte Energiegemeinschaft im Lungau

Die derzeit größte Energiegemeinschaft in Österreich ist die „Energie Lungau eGen“, bei der die Salzburg AG Kooperationspartner ist. Betreiber von Kleinwasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen in der Region konnten dafür gewonnen werden. Sie produzieren das ganze Jahr über große Mengen von sauberem Strom für energieintensive Betriebe im Lungau. Über sieben Millionen Kilowattstunden Strom stehen zur Verfügung. Das Beispiel zeigt: Energiegemeinschaften fördern grüne Energieerzeugung aus der Region für die Region. Über ENOX.share können alle Beteiligten den selbst produzierten, erneuerbaren Strom gemeinsam verbrauchen, speichern oder verkaufen. Auch die Abrechnung sowie der tägliche Betrieb und die Verwaltung der Energiegemeinschaft Lungau wird über die Salzburg AG abgewickelt.

Voraussetzung: smarte Stromzähler

Autark zu sein und einen eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten, macht Strom aus Photovoltaik beliebt: Die Netzbetreiber verzeichneten laut Österreichs Energie bei der installierten Leistung bei PV-Anlagen von 2021 auf 2022 ein Plus von rund 40 Prozent. Die zunehmende Nutzung von Sonnenstrom zeigt aber auch, wie das Energiesystem im Wandel ist. Neben großen, zentralen Erzeuger:innen gibt es mittlerweile eine Vielzahl an kleinen, dezentralen Produzent:innen. Das hat Auswirkungen auf die Netze, die intelligent auf den Energieaustausch in beide Richtungen reagieren müssen. Dafür braucht es moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie intelligente Stromzähler. Diese Smart Meter sind wichtigen Bausteine der Energiewende, weil sie zeitnah den tatsächlichen Energieverbrauch messen. Diese laufende Information zu Verbrauch und Kosten schafft mehr Transparenz beim Energieverbrauch und liefert damit wertvolle Ansatzpunkte für Einsparungen.

Innovatives Crowdfunding zur Finanzierung

Auf dem Weg zur Energiewende gibt es noch weitere interessante Möglichkeiten, sich aktiv daran zu beteiligen. So können Energiegemeinschaften über Crowdfunding-Plattformen, wie etwa investing green, finanziert werden. Diese wurde von der Salzburg AG in Partnerschaft mit CONDA entwickelt und vernetzt Unternehmen und private Investor:innen. Dadurch können Bürger:innen einer Gemeinde, Mitarbeiter:innen oder Kund:innen von zukunftsorientierten und nachhaltigen Betrieben einen Beitrag an der Erzeugung von grünem Strom leisten. Sie verbessern damit die Klimabilanz und erhalten eine attraktive Verzinsung. Bisher wurden über 1,5 Millionen Euro über die Plattform eingesammelt. Innovative Projekte wir das Kleinwasserkraft SINNhub in Salzburg und der Agri-PV Sonnen.Park Eugendorf ließen sich damit bereits ermöglichen.

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen alle Potenziale genutzt werden. Energiegemeinschaften spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Sie binden nicht nur die Bevölkerung mit ein, sondern zeigen auf, woher der Storm kommt und wie er produziert wird. Das verbessert die Energieeffizienz und fördert nachhaltige Energienutzungen.

Du hast Interesse an der Gründung einer Energiegemeinschaft? Dann informiere dich am besten direkt bei den Expert:innen von ENOX.share. Mit einer individuellen und digitalen Lösung kann jede:r Teil der Energiewende werden.

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