Öffentlicher Nahverkehr als Hebel der Mobilitätswende

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Ein gut vernetzter öffentlicher Personennahverkehr ist ein zentraler Schlüsselfaktor für das Gelingen der nachhaltigen Mobilitätswende. Millionen Menschen sind täglich mit Bus und Bahn quer durch das Bundesland Salzburg unterwegs.  Eine besonders wichtige Alltags-Strecke ist dabei die Verbindung vom Land in die Stadt – gerade im Pendlerverkehr können so viele Wege vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr umgeleitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Eine Erfolgsgeschichte in der Verbindung von Stadt und Land stellt die Salzburger Lokalbahn dar. Diese ist die Hauptschlagader des öffentlichen Verkehrs in der Verbindung der Bundesländer Oberösterreich und Salzburg mit der Stadt Salzburg. Auf den zwei Linien und rund 38 km Strecke werden jährlich ca. 4,8 Millionen Fahrgäste pro Jahr transportiert. Dabei bietet die Salzburg Lokalbahn sowohl als treuer Gefährte am Weg zur Arbeit oder Schule, wie auch als Freizeitpartner immer die beste Verbindung – von der Stadt Salzburg bis ins Innviertel. Damit diese Strecke auch stetig attraktiv bleibt, werden aktuell zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt – so etwas die Umbauten der Bahnhöfe Bürmoos und Oberndorf, die Sanierung diverser Haltestellen sowie eine Streckensanierung von Teilabschnitten.     

Mock-Up des Bahnhofs Bürmoos nach Umbauarbeiten © zuchna Visualisierung
Mock-up des Bahnhofes Bürmoos nach dem geplanten Umbau.

Mehr Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit

Der Bahnhof Bürmoos ist speziell in diesem Jahr der Dreh- und Angelpunkt der Modernisierungsbemühungen der Salzburger Lokalbahn. Erneuert werden unter anderem die Gleise, die auf eine zweigleisige Ausfahrt in Richtung Salzburg erweitert werden sowie deren Unterbau und die Entwässerungsanlage. Dadurch sollen die Züge noch ausfallsicherer und dadurch verlässlicher gemacht werden. Zudem werden neue überdachte Bahnsteige und witterungsgeschützte Wartebereiche eingerichtet. Der neue Inselbahnsteig ist über einen unterirdischen Personendurchgang erreichbar. Durch diese Erweiterungen und Neuerungen soll nicht nur mehr Komfort geschaffen werden, sondern auch Meilensteine im Bereich Verlässlichkeit und Sicherheit gesetzt werden. Noch mehr Pendler:innen sollen durch Park+Ride Angebote staufrei in die Arbeit kommen.

Mobilitätsmanagement treibt die Verkehrswende

Der Öffentliche Verkehr leistet einen enormen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen und auch dem Klimaschutz. Durch die Beförderung vieler Menschen mit nur einem Verkehrsmittel wird nicht nur der CO2-Ausstoß deutlich verringert, sondern auch  die Luftqualität in den Städten und Gemeinden verbessert. Die EU-Klimaziele bis 2050 eine Klimaneutralität zu erreichen, können nur erfüllt werden, wenn es in der Gesellschaft zu einem Umdenken bzw. einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens gibt.

Noch immer werden viele Strecken – oft auch sehr kurze – mit dem privaten Pkw zurückgelegt, was sowohl für den CO2-Ausstoß als auch für die Staubildung eine Auswirkung hat. Denn eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf die Klimabilanz hat auch der Besetzungsgrad der Verkehrsmittel. Je höher, desto geringer sind die spezifischen Emissionen pro Personenkilometer. Laut österreichweiter Pendelzielstatistik liegt die durchschnittliche Wegstrecke der rund 2,3 Millionen Betroffenen bei ca. 27 Kilometern und einem Zeitaufwand von ca. 27 Minuten. Hier kann potentiell eine sehr große Personengruppe mit einem gut funktionierenden Öffentlichen Verkehr vom Einzel-Pkw in Mehrpersonenfahrzeuge verlagert werden.

Neben der Schaffung einer infrastrukturellen Voraussetzung bedarf es auch angebotsseitiger und organisatorischer Vorkehrungen. Gute Verbindungen mit Anschlussgarantie oder gar ohne Umsteigen sind bequem, stressfrei und können somit viele aktuell noch unentschlossene vom Öffentlichen Verkehr überzeugen. Dabei spielt nicht nur das reine Fahrangebot eine Rolle, sondern auch begleitende Faktoren, wie eine Überarbeitung der Pendlerpauschale, konstante Weiterentwicklung der – bereits sehr gut angenommenen – Klimatickets sowie ein erweitertes betriebliche Mobilitätsmanagement.

Ausbau Salzburger Lokalbahn Bahnhof Bürmoos © Georg Kukuvec/Salzburg AG
Stand der Umbauarbeiten am Bahnhof Bürmoos im August 2023

Salzburger Lokalbahn 2020+

Um im Bundesland Salzburg den Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung besser nachzukommen, läuft auch das Projekt „Salzburger Lokalbahn 2020+“. Dieses folgt einem Stufenfahrplan um dieses Verkehrsmittel über mehrere Zeiträume attraktiv und zukunftsorientiert zu gestalten. In verschiedenen Schritten werden dabei unterschiedliche Zielsetzungen definiert, die dem Öffentlichen Verkehr mehr Komfort, Attraktivität und Zuverlässigkeit verleihen sollen:

  • Zielfahrplan 2023 – Zusätzliche Züge nach der Morgenspitze
    • Zusätzliche Züge im morgendlichen Berufsverkehr und Modernisierung des Bahnhofes Oberndorf sowie Neubau des Bahnhofes Bürmoos.
  • Zielfahrplan 2027 – Zusätzliche Züge in Hauptverkehrszeit
    • Verlängerung der zweigleisigen Streckenführung sowie Neubau der Bahnhöfe Anthering und Bergheim.
  • Zielfahrplan 2030+ – Verdichtung Fahrplan auf 7,5-Minuten-Takt
    • Eine Verdichtung des Fahrplans auf einen 7,5 Minuten Takt zwischen Salzburg und Bergheim. Gesetzte Maßnahmen sind der Neubau des Bahnhofes Salzburg Itzling und weiterer Ausbau der zweigleisigen Streckenführung.

 

Der kontinuierliche Ausbau bzw. die Instandhaltung der Streckenführung der Salzburger Lokalbahn ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Mobilitätswende. Durch eine laufende Optimierung kann der Pendlerverkehr im Bundesland und dadurch auch die CO2-Emissionen reduziert und der Verkehrssektor stetig klimaneutraler gestaltet werden.

Einblicke in die Modernisierungsmaßnahmen gibt es auch im Video von Salzburg AG TV:

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