Klimaschutz auf der Letzten Meile

Lesezeit: 4 Minuten

Wie innovative technische Lösungen zu mehr Nachhaltigkeit beitragen, beweist MYFLEXBOX. Von drei engagierten Mitarbeitern der Salzburg AG als Corporate Start-up gegründet, ist das Unternehmen heute führender Player im Bereich City-Logistik und Smart City im deutschsprachigen Raum. Das Netzwerk anbieteroffener Paketstationen spart nicht nur Zeit, sondern auch unnötige Wege und damit CO2 auf der Letzten Meile.

Inhaltsverzeichnis

Von der Idee, die internen Lager- und Ausliefermöglichkeiten zu vereinfachen, zum größten, anbieterunabhängigen Smart-Locker-Netzwerk Österreichs innerhalb von wenigen Jahren: MYFLEXBOX ist das beste Beispiel dafür, wie große Firmen mit ausgeklügelten Konzepten neue Geschäftsfelder erschließen. Denn das Unternehmen entstand als Corporate Start-up der Salzburg AG. Bei einer internen Innovation Challenge gewann ein Team aus engagierten Mitarbeiter:innen mit ihrem smarten Lockersystem den ersten Platz. Dieses sollte eine berührungslose und zeitunabhängige Übergabe von Hardware wie Firmenlaptops ermöglichen. Die Idee wurde daraufhin weiter ausgefeilt, bis schließlich ein eigenes Start-up entstand.

Von drei Gründern zum Millionenunternehmen

Dabei hatten die drei Gründer Jonathan Grothaus, Peter Klima und Lukas Wieser von Anbeginn an eine klare Mission vor Augen: MYFLEXBOX soll den Abholzettel im Briefkasten ersetzen. In rasantem Tempo bauten sie ein Netzwerk aus Smart-Lockern auf, das den Lieferverkehr bündelt und den Individualverkehr reduziert. Über die smarten Locker können rund um die Uhr, kontaktlos und flexibel Pakete empfangen, versendet und retourniert werden. Sie stehen dort, wo viele Menschen unterwegs sind: an öffentlichen, gut frequentierten Plätzen, bei Unternehmen, Nahversorgern oder Wohnsiedlungen.

V.l.n.r. Das Gründerteam von myflexbox Jonathan Grothaus (Co-CEO), Lukas Wieser (Co-CEO) und Peter Klima (CTO). © Georg Kukuvec/Salzburg AG
Die drei Co-Founder der MYFLEXBOX (v.l.) Lukas Wieser, Jonathan Grothaus und Peter Klima. | Foto: Foto Flausen/MYFLEXBOX

Einzigartige Software

Neben der innovativen Idee und einem eingespielten Team – mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter:innen – nimmt die einzigartige Softwarelösung eine wichtige Rolle ein. Peter Klima, CTO und Founder, sagt dazu: „Seit der Gründung von MYFLEXBOX verfolgen wir den Ansatz, ein offenes Netzwerk zu bauen und dieses über moderne Schnittstellen jedem zur Verfügung zu stellen. Dadurch haben wir es innerhalb kürzester Zeit geschafft, Europas führende Paketdienstleister für uns zu gewinnen“ Anders als bei geschlossenen Systemen, die nur eigene Pakete zulassen, sprechen die Vorteile eines offenen Systems für sich: Sowohl Zusteller:innen und E-Commerce-Anbieter:innen als auch Händler:innen können ihre Pakete und Waren in einem smarten Locker hinterlegen, während Kund:innen diese flexibel und einfach empfangen, versenden oder retournieren. Beim Onlineshopping ist es möglich, sich Produkte direkt in eine MYFLEXBOX Paketstation in der Nähe liefern zu lassen und beim Einkaufen oder dem Weg zur Arbeit die Pakete bequem abzuholen.

Aufgrund des großen Erfolges wurde MYFLEXBOX im Vorjahr vollständig aus der Salzburg AG ausgegliedert.  Neben dieser ist seit Anfang 2023 der STAR IV Fonds, verwaltet durch STAR Capital Partnership LLP, Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens. Durch deren Initial-Investment in der Höhe von 75 Millionen Euro, welches zu 100 Prozent in das Unternehmen MYFLEXBOX fließt, will man sich nun das Wachstum auf europäischer Ebene sichern und den Ausbau im deutschsprachigen Raum beschleunigen. Bis Ende 2025 soll das Netzwerk rund 4.000 Paketstationen im In- und Ausland umfassen. Zahlreiche namhafte Paketdienstleister wie UPS, DPD, DHL,GLS oder FedEx sowie viele verschiedene Standortpartner wie Lidl, BILLA und GWG oder Händler:innen wie PAGRO DIGSKONT oder LIBRO vertrauen bereits auf MYFLEXBOX.

Nachhaltig auf der Last Mile

Und natürlich spielt der nachhaltige Gedanke eine zentrale Rolle: Wer Paketstationen nutzt, spart CO2, Feinstaub und Lärm. Allein in Österreich wurden 339,2 Millionen Pakete im Jahr 2021 verschickt.. Leider müssen Paketdienstleister aber viele unnötige Wege bei der Zustellung in Kauf nehmen, da viele Empfänger:innen zum Zustellungszeitpunkt nicht zu Hause sind. Hier können smarte Locker sinnvoll Abhilfe leisten. „Eine MYFLEXBOX spart jährlich bis zu 2,2 Tonnen CO2 gegenüber Haustürzustellungen ein“, hält Lukas Wieser, Co-CEO und Founder, fest. Schließlich muss damit nicht jedes einzelne Paket ausgeliefert werden. Erfolglose Zustellungen lassen sich durch die Hinterlegung in einer Paketstation ebenso einfach wie effektiv vermeiden. „66 Prozent der Emissionen pro Paket im städtischen Gebiet können durch die Nutzung von Abholstationen eingespart werden. Ein Lieferwagen kann täglich bis zu 13-mal mehr Pakete an die MYFLEXBOX liefern als bei Haustürzustellungen “, ergänzt Jonathan Grothaus, Co-CEO und Founder. Allein in Wien werden bereits 13 Prozent aller zugestellten Pakete in Paketboxen abgelegt, wobei offene Systeme klar auf dem Vormarsch sind. Smarte Locker sind somit eine wichtige Maßnahme für die Dekarbonisierung der Letzten Meile.

Ähnliche Beiträge

Salzburg AG Exploration Day4Kids © Neumayr Fotografie - Christian Leopold/Salzburg AG

Gestaltet eure Zukunft aktiv mit

Jugendliche wollen mitreden und etwas bewirken. Unternehmen wie die Salzburg AG sehen sich in der Verantwortung, Kinder und Jugendliche so gut wie möglich auf diesem Weg zu unterstützen.

Weiterlesen
Ein Mitarbeiter der Salzburg Netz GmbH bei der Beseitigung eines Freileitungsschaden im Pongau © Salzburg AG

Versorgungssicherheit im Tunnel

Die Salzburg Netz GmbH ist bei den Arbeiten im Ofenauer- und Hieflertunnel dabei und stellt die Versorgungssicherheit sicher.

Weiterlesen
© Georg Kukuvec/Salzburg AG

Wo alt und Jung voneinander lernen

Die Pensionierungswelle wird auch viel Wissen aus den Unternehmen spülen. Praktisches Wissen erworben durch Erfahrung. lebenswelten hat beim Green Tech-Unternehmen Salzburg AG ein konkretes Beispiel gefunden, wie dieses Wissen im Unternehmen bleibt und das ganz nebenbei.

Weiterlesen