Corporate Venturing als Chance für die Energiewende

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Start-ups sind Innovationstreiber und Ideenfinder – auch im Kontext der Energiewende. Sie haben den Vorteil, dass schnell und ohne bremsende Strukturen Ideen, Software und Prototypen entwickelt und getestet werden können. Daher setzen viele Unternehmen auf Corporate Venturing, um mithilfe von Beteiligungen und Kooperationen neuen Geschäftsfelder zu etablieren und laufend die Innovation im eigenen Kernmarkt zu forcieren. So auch die Salzburg AG, die über ihre Plattform Green-Tech Ventures Start-ups sucht und unterstützt, um gemeinsam die Energiewende voranzutreiben.

Innovation treibt die Energiewende

Gerade im Zusammenhang mit der anstehenden Energiewende – die große Herausforderungen, aber auch jede Menge Chancen mit sich bringt – ist es wichtig am Puls der Zeit zu bleiben. „In der aktuell so entscheidenden Phase sind innovative Lösungen die Treiber einer nachhaltigen Zukunft“, ist Florian Übelacker, Head of M&A and Venturing bei der Salzburg AG, überzeugt. Green bzw. Climate Tech sind große Zukunftsmärkte, für deren Meisterung es Werkzeuge und Technologien braucht. Die Innovationen in diesen Bereichen fällt Start-ups leichter, da sie ihre gesamte Energie und Zeit auf die Entwicklung eben dieser legen können.

Große Unternehmen sind  richtigerweise sehr fokussiert auf ihr Kerngeschäft bzw. die Optimierung der dort stattfindenden Prozesse, was aber oftmals dazu führt, dass zu wenig Ressourcen für eine nachhaltige Innovation bleiben. Durch Corporate Venturing, also Beteiligungen; Investments oder eigene Gründungen von Corporate Start-ups, kann die Salzburg AG am Puls der Zeit bleiben und gemeinsam mit den Partner: innen, Produkte und Services für die Kund:innen von Morgen anbieten. Denn dieses Morgen gilt es zu schützen, sowie mit technologischen Innovationen besser und lebenswerter für nachkommende Generationen zu gestalten. Frei nach Rabindranath Tagore: „Wer Bäume pflanzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.“

Konkurrenz oder Kooperation?

Im ersten Moment mag es seltsam klingen, dass die Salzburg AG etwa in ein Start-up wie ALVERI investiert, das an innovativen Ladelösungen arbeitet, wenn diese doch Teil des eigenen Kerngeschäftes sind. Doch Florian Übelacker erklärt: „Wir selbst können als Unternehmen nicht alle   neuen (Sub-)Themen im Energie- und Technologiebereich abdecken. Dafür holen wir uns starke Partner:innen ins Boot.“ Demnach züchtet man sich keine Konkurrenz heran, sondern baut sich im Gegenteil ein starkes Partnernetzwerk auf, mithilfe dessen die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden können.

Einige der Start-ups, wie etwa Oceanmaps sind nicht im Kerngeschäft beheimatet, sondern bespielen benachbarte Märkte. Andere, wie etwa ALVERI, Solbytech oder Reisenbauer beflügeln durch neue Ansätze und kreative Konzepte zentrale Produktkategorien. Eine weitere Chance, die nicht zu unterschätzen ist, sind jene Beteiligungen mit denen gänzlich fachfremde Märkte erobert werden können – etwa durch MYFLEXBOX oder Cognify. Ebenso relevant ist die Tatsache, dass durch Beteiligungen bzw. Investments ein wichtiger Schritt in Richtung einer Produkt- oder gar Start-up-Integration in den Konzern gesetzt wird, wodurch ein Wettbewerbsvorteil für die Salzburg AG entsteht.

Schlussendlich ist dieses Thema etwas breiter zu sehen. Gründer:innen kommen so oder so auf den Markt, die Frage ist nur, ob sie eine Konkurrenz oder ein Koopetition werden. Ein mögliches Risiko ist daher, dass die Salzburg AG bei Untätigkeit, Marktanteile verlieren kann. Durch die Kooperation mit Start-ups können hingegen Kund:innen möglicherweise erweiterte Lösungen zum eigenen Produktportfolio geliefert werden.  Somit ziehen alle gemeinsam an einem Strang, um die Energiewende nachhaltig zu bewältigen.

Gemeinsam stark in die Zukunft

Ein Corporate Venturing Programm bringt zahlreiche Vorteile, sowohl aus Unternehmens- als auch aus Start-up Sicht. Die Salzburg AG kann beispielsweise die Innovationskraft steigern und neue Märkte sowie relevante Geschäftsfelder erschließen. „Wir können als regionaler Energieversorger zeigen, dass wir auch Mut zu und Lust auf Innovation und Veränderung haben“, hebt Florian Übelacker die Vorteile hervor. Neben dem Innovationsgedanken spielen natürlich auch Synergieeffekte und finanzielle Motive eine Rolle im Corporate Venturing. Durch sorgfältige Auswahl und Prüfung der Start-Ups sowie deren Weiterentwicklung, wird im Idealfall eine substantielle Wertsteigerung erzielt und es fließt auch wieder Kapital an die Salzburg AG zurück. Diese Technologie-Investitionen beflügeln damit das eigene Geschäft ebenso, wie es den Jungunternehmer:innen eine Starthilfe verschafft. Auch kann durch die Unterstützung von regionalen Start-ups das Image der Salzburg AG als innovatives Green Tech Unternehmen untermauert werden.

Auch für die Start-ups ergeben sich durch den Einstieg eines Strategen, wie der Salzburg AG, entscheidende Vorteile. Neben der finanziellen Unterstützung ist es vor allem die jahrzehntelange Erfahrung im Markt und das dadurch entstandene Netzwerk, das für Jungunternehmer:innen Türen öffnen kann. Gerade in der Anfangsphase fehlt oftmals die Vernetzung zu anderen, um aus der Idee eine reale Innovation zu machen.

Status Quo und wohin die Reise geht

Aktuell gibt es acht Beteiligungen, die die Salzburg AG im Zuge ihres Capital Venturing Programms eingegangen ist bzw. aufgebaut hat. Dabei reicht die Palette von E-Mobilität, über Softwarelösungen bis hin zu Smart-Locker-Systemen – ein durchaus diverses Portfolio. Doch alle haben das gleiche Ziel: Die Energiewende voranzutreiben und mit Innovationen den entscheidenden Schritt in eine nachhaltige Zukunft zu setzen.

Damit das gelingen kann, hat sich das Team von Green-Tech Ventures ambitionierte Ziele gesetzt. In diesem Jahr steht die Arbeit am bestehenden Portfolio, sowie mit den aktuell unterstützten Start-ups und deren Wachstum im Fokus. So sollen die Synergien optimal ausgenutzt werden und dadurch ein Mehrwert für alle Beteiligten geschaffen werden. Weiters wird an neuen Partnerschaften, einer Anpassung des Programms an die Marktgegebenheiten, sowie die Optimierung von eigenen Prozessen gearbeitet.

Du willst mit Green Tech Ventures in Kontakt treten? Dann melde dich mit deinem Start-up direkt bei den Expert:innen. Weitere Einblicke in die Start-up Welt bekommst du im Beitrag von Salzburg AG TV zum Portfolio Forum.

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