Am 1. Oktober 1940 fuhr der erste Obus in der Stadt Salzburg. Seine Route führte vom heutigen Herbert-v.-Karajan-Platz über das Siegmundstor zum Hans-Schmid-Platz in Maxglan. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die heuer ihr 85-jähriges Jubiläum feiert. Inzwischen ist der Salzburger Obus aus dem täglichen Leben der Salzburger:innen nicht mehr wegzudenken. Und so wird er auch ständig weiterentwickelt, um sich den erhöhten Ansprüchen anzupassen.
Inhaltsverzeichnis
Visionäre der Vergangenheit
Heute umfasst das Salzburger Obus-Netz 12 Linien mit einer Netzlänge von rund 128 km. Um dieses umfassende Verkehrsangebot zu erreichen, waren viele kleine Schritte und der Glaube daran notwendig. Begonnen wurde 1940 mit 10 Obussen auf einer Linie. Trotz dieser kleinen Dimension wurden bereits ca. 15.000 Fahrgäste pro Tag durch die Stadt befördert. Die Mitarbeiter:innen, die zuvor Straßenbahnen lenkten, wurden umgeschult. In den Anfangsjahren wurde der Obus liebevoll „Stanglbus“ genannt, da er als Oberleitungsbus über Stangen mit dem Strom verbunden ist.
In den Jahren nach 1949 wurde das Liniennetz dann fast jährlich um neue Linien erweitert. Dazu kamen die Linien vom Hauptbahnhof in die Alpensiedlung, damals D genannt. Sowie Linien vom Stadtzentrum nach Liefering, zum Kommunalfriedhof und in viele andere Stadtteile. 1956 wurde die noch heute bestehende Zentralgarage (heute Obusremise) in der Alpenstraße fertiggestellt und bildet seither das Herzstück des Salzburger Obusbetriebes.
Das Liniennetz wächst
Ab den 1980er Jahren wurden immer mehr Strecken, die bisher nur mit Autobussen erreichbar waren, auf den umweltfreundlichen Obusbetrieb umgestellt. So wurden in den 80er und 90er Jahren nach und nach der Salzachsee, das Walserfeld sowie der neue Bahnhof Salzburg-Süd erschlossen. In den 2000er Jahren wurden vor allem Streckenerweiterungen wie die Linie 1 nach Kleßheim, die Linie 2 nach Obergnigl oder die Linie 4 nach Mayrwies realisiert. Als zentrales Jahr der Veränderungen sticht 2009 hervor: Die neue Linie 10 von Sam zum Landeskrankenhaus ging in Betrieb, es folgte die Eröffnung der neuen Endhaltestelle Itzling-Pflanzmann (Linien 3 und 5) und zu guter Letzt wurde die Linie 8 zum neu eröffneten Outletcenter in Himmelreich verlängert. Auch im Jahr 2010 ging es weiter, neue Anbindungen – etwa der nach Lehen übersiedelten Stadtbibliothek – und angepasste Linienführungen wurden laufend umgesetzt, um den Bedürfnissen der Salzburger:innen im Alltag bestmöglich gerecht zu werden. So wurde etwa 2012 die neue Linie 12 eingeführt und 2017 bestehende Linien 1 und 3 um neue Stationen erweitert.
Der Obus heute
Jede dieser Entwicklungen war mit Herausforderungen verbunden: Errichtung neuer Oberleitungen, Anstellung von Lenker:innen sowie deren Einschulung, Abstimmungen mit der Stadt Salzburg und vieles mehr. Aber der Erfolg spricht für sich. Heute verkehren im Stadtgebiet 12 Linien mit einer Liniennetzlänge von 128 km. Die mittlerweile 129 Obusse, davon 50 eObusse mit Dynamic Charging System, legen pro Jahr rund 6,5 Kilometer zurück, das entspricht einer Strecke, die 162 Mal um den Äquator reicht. Die 332 Obuslenker:innen, die tagtäglich im Einsatz sind, transportieren dabei insgesamt rund 32 Millionen Fahrgäste pro Jahr und bilden damit das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Salzburg. Ein zentraler Anteil entfällt dabei auf Pendler:innen sowie Schüler:innen, die mit dem Obus zu ihrer Arbeitsstätte bzw. zu den Bildungseinrichtungen kommen. Allein über die Staatsbrücke führen täglich rund 1.400 Fahrten mit dem Obus. Dazu kommen noch zahlreiche Tourist:innen, die auch in ihrem Urlaub den Komfort des ausgebauten Liniennetzes nutzen können, um unsere wunderschöne Stadt ohne Auto zu erkunden.
Barrierefreiheit, Sicherheit und Komfort
Doch nicht nur die Erweiterung des Liniennetzes ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, der den Salzburger Obus auszeichnet. Denn Busfahren ist mehr als bloßes zurücklegen eines Weges – heute dreht sich alles um Barrierefreiheit, Sicherheit und auch Komfort. Waren die früheren Busmodelle der 1990er-Jahre etwa noch mit einem hohen Einstieg mit Treppe versehen, so gibt es inzwischen flächendeckend Rampen um Personen, die auf einen Rollstuhl angewesen sind, den Einstieg zu ermöglichen.
Auch das Thema Sicherheit der Fahrgäste spielt eine immer wichtigere Rolle. Daher gibt es beim Salzburger Obus nicht nur Schulungen für Senior:innen, die sich bei der Fahrt unsicher fühlen, sondern auch viele Möglichkeiten Kinderwägen und Räder im Bus so zu sichern, dass sie während der Fahrt nicht herumrutschen. Auch tiefe Sitzpolster, abgrenzende Stangen und Haltegriffe bieten Sicherheit im Alltagsverkehr. Zusätzlich wurde der Komfort weitere ausgebaut – mehr Platz pro Fahrgast, gepolsterte Sitzen und vieles mehr.
Ein Blick in die Zukunft
Das 85-jährige Jubiläum des Obus in Salzburg lässt auf eine spannende und visionäre Geschichte zurückblicken. Doch die Salzburg Linien Verkehrsbetriebe GmbH ruht sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus. „Der laufende Ausbau des Linienbusnetzes und die Taktverdichtung bei unseren Obuslinien sind Teil unserer Bemühungen, den öffentlichen Verkehr in der Stadt noch attraktiver zu gestalten und umweltfreundliche Mobilität zu fördern“,
betonen Gerlinde Hagler und Reinhard Gassner, Geschäftsführer:innen der Salzburg Linien.. Für die Zukunft wird es eine stetige Entwicklungen geben, denn eine Studie attestiert die Sinnhaftigkeit des bestehenden Obusnetzes und empfiehlt auch die Umstellung einiger Autobuslinien auf Obusse mit Dynamic Charging, da diese Linien auf vielen Abschnitten unter bestehender Ladeinfrastruktur fahren.
Auch die Modernisierung der Obus-Flotte wird weiter vorangetrieben. Dazu werden nicht nur laufend hochmoderne eObusse der neuesten Generation in den Fuhrpark aufgenommen, sondern auch die Obusremise in der Alpenstraße saniert. So wird sichergestellt, dass die Salzburg Linien auch in Zukunft für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs einstehen und ein verlässlicher Mobilitätsanbieter sind. Dazu gehören neben den Bussen auch digitale Anzeigen an den Haltestellen, die über die GPS-Position des Fahrzeuges die Ankunft in Echtzeit anzeigen, oder Ticketautomaten an stark frequentierten Haltestellen.
Mehr Pünktlichkeit erwartet man sich auch dadurch, dass ab Oktober der Ticketverkauf im Obus eingestellt wird. Dies soll sowohl Verzögerungen für die Fahrgästen minimieren , als auch die Lenker:innen entlasten, die sich dann voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren können. Man setzt hier auf zeitgemäße Möglichkeiten des Ticketkaufs wie über die SalzburgMobil App sowie über Ticketautomaten an stark frequentierten Haltestellen.
Die Zukunft des ÖPNV in der Stadt Salzburg kann nur besser werden, wenn man anpackt, weiter in die Infrastruktur der Salzburger Linien investiert und damit das Service für die Salzburger:innen und Tourist:innen kontinuierlich verbessert. Die Kolleg:innen der Salzburg Linien arbeiten jeden Tag daran, folgend unserem Leitsatz: „Zukunft ist nicht. Zukunft macht man.“
Fun Facts zum Salzburger Obus:
128 km Liniennetzlänge: Entspricht ca. der Strecke von Salzburg nach Linz. Du könntest also theoretisch mit dem Obus von Salzburg nach Linz fahren!
6,5 Millionen zurückgelegte Kilometer pro Jahr: Das entspricht etwa 137 Erdumrundungen entlang des Äquators. Die Obusse legen also eine beeindruckende Strecke zurück!
129 Obusse aktiv: Wenn man alle Obusse hintereinander aufstellt, wäre die Schlange über 2 Kilometer lang, was etwa der Länge von rund 22 Fußballfeldern entspricht. (Stand 13.02.2025)
32 Millionen Fahrgäste pro Jahr: Das ist fast die gesamte Bevölkerung von Kanada! Stell dir vor, ganz Kanada würde einmal im Jahr mit dem Salzburger Obus fahren.
100% emissionsfrei und fast geräuschlos: Das ist so umweltfreundlich wie ein Spaziergang im Park, nur dass du dabei viel schneller ans Ziel kommst.
4.658 Sitzplätze und 13.948 Stehplätze: Das sind genug Plätze, um fast die gesamte Bevölkerung von Hallein unterzubringen.
332 Obusfahrer:innen: Das ist fast die gleiche Anzahl wie die gesamte Besatzung eines kleinen Kreuzfahrtschiffes. Sie sorgen dafür, dass alle Fahrgäste sicher und pünktlich ankommen.
16,67 km/h beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit der Obusse in der Stadt Salzburg
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